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Immer häufiger erreichen uns Anfragen von Hundebesitzern aus dem gesamten Bundesgebiet, ob wir eine gute Hundeschule in der entsprechenden Region empfehlen könnten. 

Hundetrainer, -psychologen, -schulen und -vereine bieten vielerorts ihre Dienste an – und es werden immer mehr.

Die vermeintlichen „Fachleute“ schiessen überall wie Pilze aus dem Boden. Der Laie hat nun die Wahl der Qual und ist verunsichert, für welcher Hundeschule er sich nun entscheiden soll, zumal scheinbar jeder der "Beste" ist und das Programm , das angeboten wird, überall fast gleich ist - was daran liegt, dass die guten Hundeschulen  stets neue "Trends" setzen, die dann sehr schnell kopiert werden, ohne dass jedoch die Nachahmer über die entsprechende fundierte Ausbildung dafür besitzen.  Leider ist es dabei für den Hundebesitzer nicht klar erkennbar, bei welchem Angebot es sich um das "Qriginal"  handelt, oder  wo nur "kopiert" wurde.              

Was sich allerdings erheblich unterscheidet  : die Qualität des Trainers und der Preis für Kurse und Ausbildung ! Also, was tun ? fragt sich der motivierte Hundebesitzer, der seinem Tier die bestmögliche Erziehung zukommen lassen möchte.

 Perdita Lübbe-Scheuermann, professionelle Hundetrainerin mit eigener Hundeschule,  teilt die Hundeschulen und Vereine ganz treffend in zwei Kategorien ein:

KATEGORIE I


 Die Hundeschule oder der Verein, deren Unterricht ausschließlich auf einem eingezäunten Gelände stattfindet. Die Erziehungskurse werden häufig in größeren Gruppen (8-teilweise bis zu 20 Hunde) veranstaltet.

Vorteile:
1. Ihr Hund lernt die gängigen Grundkommandos
2. Diese Variante ist kostengünstig, da Sie sich die Aufmerksamkeit des
Trainers mit vielen anderen Teilnehmern teilen
1. Sie lernen eine Menge andere Hundebesitzer kennen

Nachteile:
1. Ihr Hund merkt recht schnell, dass er auf diesem eingezäunten Platz gehorchen muss. Wie sieht es aber bei ihren alltäglichen Spaziergängen aus?
2. Der Hund lernt an einem Trainingsort ohne große Ablenkung und Umweltreize, wie es ihn in der realen Alltagswelt kaum gibt.
3. Durch die Größe der Gruppen kommt es häufig vor, dass zu wenig Zeit für Ihre persönlichen Fragen und Probleme, die HUnde sind zudem häufig in den grossen Gruppen völlig überfordert und viel zu sehr abgelenkt.

Bleibt Kategorie II:
In dieser/m Hundeschule/-verein erhalten Sie ein auf Sie und Ihren Hund individuell abgestimmtes Erziehungsprogramm. Der Hundetrainer arbeitet mit Ihnen, oder mit Ihrer ganzen Familie und Ihrem Hund ggf. zunächst alleine.

KATEGORIE II

In dieser/m Hundeschule/-verein erhalten Sie ein auf Sie und Ihren Hund individuell abgestimmtes Erziehungsprogramm. Der Hundetrainer arbeitet mit Ihnen, oder mit Ihrer ganzen Familie und Ihrem Hund ggf. zunächst alleine.

Er lernt Sie und Ihren Hund kennen, er wird sich nach Alter und Gesundheitszustand des Hundes erkundigen. Denn ein Training für einen jungen Hund muss anders aufgebaut werden, als das eines erwachsenen Tieres. Gleiches gilt für den Gesundheitszustand.

Wichtig für den Trainer ist auch die Vergangenheit Ihres Hundes. Wenn Sie es noch nicht wissen, erklärt Ihnen der Trainer die rassespezifischen Besonderheiten Ihres Hundes. Um sich ein umfassendes Bild zu machen, wird er Sie auch fragen, wie sich der Hund in bestimmten Situationen verhält, z.B. wo er schläft; welches Futter er bekommt etc. Mit all diesen Informationen kann Ihr Trainer nun ein gutes Training aufbauen und Trainingsorte nach Ihren Bedürfnissen aussuchen. Der Unterricht findet in wechselnden Umgebungen (Feld, Wald, Wiese, Stadt u.a.) statt, die denen Ihres Alltags entsprechen, denn dort soll der Hund ja auch gehorchen. Vielleicht kommt der Trainer auch mal zu Ihnen nach Hause, denn oft liegt hier schon die Wurzel von Erziehungsproblemen. Hat Ihr Hund mit speziellen Situationen Probleme (z.B. Jogger, Radfahrer oder Weidetiere), kann er mit Ihnen gezielt an Orten trainieren, wo solche „Reize“ auftauchen. 

Vorteile:
1. Sie lernen viel über Ihren eigenen Hund und darüber, wie ein Hund lernt. Sie lernen ein bisschen „Hündisch“. Sie sind somit in der Lage, viele künftige Erziehungsprobleme im Vorfeld zu vermeiden.
2. Ihr Hund gehorcht in allen Lebenslagen, auch zu Hause.
3. Individuelle Probleme, wie Aggressionsverhalten, Separationsängste, Jagdverhalten usw. lassen sich ausschließlich im Einzelunterricht lösen.

Nachteile:
1. Dies ist die kostspieligere Variante.


Es muss ausdrücklich betont werden, dass es den Lehrberuf des Hundetrainers (noch) nicht gibt, er ist also nicht staatlich anerkannt.  Jede interessierte Person kann zum Ordnungsamt gehen und ein Gewerbe anmelden, und schon kann es losgehen...So stellen wir z.B. immer häufiger  fest, dass ehemalige Kunden von uns, oftmals Ersthundebesitzer, die ausser ihrem eigenen Hund, noch nie andere Hunde besessen haben, nun plötzlich als „Professionelle Hundetrainer“ mit eigener Hundeschule auf dem Markt erscheinen, obwohl sie nachweislich keine fundierte Ausbildung dafür absolviert haben.

Ob Sie Ihren Hund unter fachkundiger Anleitung ausbilden möchten, Beschäftigungsmöglichkeiten für sich und Ihren Hund suchen oder Unterstützung bei der Lösung eines Problemverhaltens benötigen, überprüfen Sie vorher, über welche Qualifikation und Erfahrung die Trainer verfügen.

Diese Checkliste soll Ihnen bei der Entscheidung helfen.

 


So erkennen Sie einen  guten Trainer :

1.      Hundetraining ist heutzutage v.a. Menschentraining. Ein professioneller Hundetrainer hat Erfahrung im Bereich der Pädagogik und hat das Unterrichten von Menschen gelernt. Nur so ist der Trainer in der Lage, auf die verschiedensten Menschen einfühlsam einzugehen.

2.      Der Hundetrainer sollte selbst bereits mehrere eigene Hunde besessen haben und diese auch erfolgreich ausgebildet haben.  Achtung, wenn Trainer mit langjähriger Erfahrung werben:  Erfahrung allein ist nicht alles! Manche Ausbilder arbeiten seit 20 Jahren nach den gleichen, inzwischen veralteten Methoden und und nennen dies dann „Erfahrung“ !!!

3.       Der Trainer sollte über das Wesen und die Eigenheiten der verschiedenen Hunderassen gut Bescheid wissen, denn nur dann kann er Sie und Ihren Hund, individuell und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt, schulen. Die Trainer sollten in der Lage sein, flexibel und kreativ an Probleme in Ausbildung und Verhalten des Hundes heranzugehen. Nicht jede Methode eignet sich für jeden Hund. Rassedisposition und Lernerfahrung des Hundes müssen berücksichtigt werden, um ein optimales Lernergebnis zu erreichen. Hintergründe und Ursachen bei Problemverhalten müssen individuell analysiert werden, um zu einer Lösung zu kommen

4.       Wie begrüsst Sie Ihr Trainer ? Nimmt er sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Ihnen, um die Herkunft Ihres Hundes, seine Vorgeschichte, Ihre individuellen Wünsche zu erfragen ?

5.       Schauen Sie sich auch den aktuellen Hund des Trainers an. Arbeitet er freudig mit ? Wie ist der Umgang des Trainers mit seinem Hund ? Welche Prüfungen hat der Trainerhund ( Hundeführerschein, Agilityprüfungen, Therapiehund, Rettungshund....) ?

6.       Wo hat der Trainer seine „Ausbildung“ absolviert zum Hundetrainer, Kynopädagogen, o.ä. ?

7.       Besucht der Trainer regelmässig Fortbildungen?  Ist er einem Fachverband angeschlossen ( z.B. BHV Berufsverband für VerhaltensberaterInnen – und HundeerzieherInnen)  ?

8.       Wird in kleinen überschaubaren Gruppen gearbeitet ? (maximal 2-5 Hunde) ?

9.       Ist die Gruppe nach Alter und Temperament der Hunde  sinnvoll zusammengestellt, oder kann einfach mitmachen, wer sich anmeldet ?

10.    Der Trainer muss in der Lage sein, zu erkennen, wann Hund und / oder Mensch eine Pause benötigen. Sehr häufig werden beide hoffnunglsos überfordert und gehen dann verunsichert oder frustriert nach Hause.

11.    Wie ist das Ausbildungsangebot ? Gibt es neben den Erziehungskursen zahlreiche Möglichkeiten, den Hund artgemäss zu beschäftigen ?

12.    Wer Hunde artgerecht erziehen möchte, braucht einiges an Wissen rund um den Hund: Stehen regelmässige Theoreieinheiten über Lernverhalten bei Hunden etc. mit auf dem Programm ?

13.    Beobachten Sie Ihren eigenen Hund: Er sollte nicht  nur gern, sondern mit echter Begeisterung zum Unterricht gehen. Wenn Ihr Hund nach dem Training verunsichert ist oder nicht gerne zum Trainig geht, sollten Sie sich eine andere Hundeschule suchen. Die Hunde selbst sind oft der sicherste Indikator für die Qualität des Trainers.Die Ausbildung über Würge- oder Stachelhalsbänder und Leinenruck sollte tabu sein. Ausbildungsmethoden, die vor allem auf Schmerz, Zwang und Einschüchterung beruhen, schaden dem Hund langfristig.

14.   Dürfen Sie vorab zu einer unverbindlichen Schnupperstunde OHNE Hund kommen ? Kein guter Trainer wird Sie einfach in eine schon bestehende Gruppe mit Ihrem Hnd reinnehmen. Die anderen Hunde werden unkonzentriert, ihr eigener Hund ist viel zu aufgeregt, um sich effektiv am Kurs beteiligen zu können. Viel besser ist es, wenn Sie sich in Ruhe ohne Ihr eigenes Tier den Kursbetrieb und den Trainer anschauen können.

 

Zu guter letzt: 

Gute Trainer findet man nicht an jeder Ecke und es gibt sie auch nicht „umsonst“:

Wirklich professionelle Hundetrainer ( d.h. mit entsprechender Aus -kontinuierlicher Weiterbildung) findet man in Hundevereinen leider noch eher selten.

 Schauen Sie sich in jedem Fall  mehrere Trainer an,  und sparen Sie nicht an falscher Stelle, denn ein Hund wird Sie im Idealfall mehr als 10 Jahre lang als Freund begleiten.

Es lohnt sich, in eine gute partnerschaftliche Erziehung zu investieren.

Qualität hat ihren  Preis !



 

 


 
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